Krebs

Hodenkrebs – was ist das? Eine Definition

Hodenkrebs ist eine Krebsart, die sich aus Zellen im Hoden entwickelt. Wenn sich die Krebszellen vom Tumor lösen und in die Lymph- oder Blutgefäße gelangen, können sie sich in anderen Organen ansiedeln und Metastasen bilden.

Arten von Hodenkrebs

hodenkrebs 300x300 - Hodenkrebs - was ist das? Eine DefinitionEs gibt verschiedene Arten von Hodenkrebs. Meist sind es Keimzellen, die betroffen sind; unter den Keimtumoren können wir unterscheiden:

  • seminomatöse Keimtumore, auch TGS oder Seminome genannt;
  • nicht-seminomatöse Keimtumore, auch nicht-seminomatöse Keimzelltumore oder NGCTs genannt;
  • gemischte Keimzelltumore, wenn mehr als ein Krebszelltyp vorhanden ist

Seltener wächst der Krebs aus dem Gewebe um die Keimzellen herum.

Ursachen von Hodenkrebs und Überlebensraten

Kryptorchismus (die Tatsache, dass die Hoden nicht in die Schleimbeutel abgestiegen sind) ist ein Risikofaktor für Hodenkrebs. Umweltfaktoren können an diesem Krebs beteiligt sein, der tendenziell jüngere Männer betrifft. Die Überlebensrate ist recht hoch (ca. 95% nach 5 Jahren).

Heilungschancen bei Hodenkrebs

Laut der Deutschen Krebsgesellschaft sind die Heilungschancen bei Hodenkrebs sehr gut. Hodenkrebs gehört zu den Krebserkrankungen mit den besten Heilungsaussichten überhaupt. Im frühen Krankheitsstadium (N0 bis N2) werden dadurch 90 bis 98 Prozent aller Betroffenen dauerhaft geheilt. “N” beschreibt die Lymphknoten. Zeigt das Computertomogramm unauffällige Lymphknoten, spricht man von N0. Bei Lymphknotenmetastasen von unter 2 cm Größe heißt das Stadium N1. Bei N2 sind die Lymphknotenmetastasen zwischen 2 cm und 5 cm groß.

Im weiter fortgeschrittenen Stadium (Lymphknotenmetastasen größer als 5 cm N3) sind laut der Krebsgesellschaft immer noch Heilungsraten von bis zu 70 Prozent erreichbar. Die Behandlung ist in diesem Stadium allerdings mit deutlichen Nebenwirkungen verbunden und wesentlich intensiver.

Das Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) des Universitätsklinikums Ulm gibt die Heilungschancen bei Hodenkrebs bei “rechtzeigiger Diagnose und Therapie” mit über 95 % an. Ob die Heilung Dauerhaft ist oder erneut auftritt, hängt laut dem CCCU von folgenden Faktoren ab:

histologischer Typ (Feinaufbau von Gewebe, Zellen und Zellverbänden)
histopathologischen Risikofaktoren (Erkenntnisse aus der mikroskopischen Untersuchung von Gewebeproben)
Wie weit und ob der Krebs zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Absiedlungen gebildet hat.
Höhe der Tumormarker (Tumormarker können im Blut nachgewiesen werden. Bei Hodenkrebs sind die wichtigsten Tumormarker die Werte β-HCG, AFP und LDH.)

Im Frühstadium ist Hodenkrebs in den allermeisten Fällen dauerhaft heilbar

Diagnose, Screening und Symptome

Hodenkrebs kann erkannt werden, wenn sich eine Masse bildet und durch Abtasten festgestellt wird. Die Diagnose erfolgt mittels Ultraschall und Bluttests (zum Nachweis von Markern für Hodenkrebs).

Behandlung von Hodenkrebs

Nach der Diagnose von Hodenkrebs wird der Arzt die Art der Behandlung empfehlen.

Die Deutsche Krebsgesellschaft rät Betroffenen dazu, den behandelnden Arzt darum zu bitten, am Projekt “Zweitmeinung Hodentumor” teilzunehmen. Hierbei erhält der Arzt zu jedem geplanten Behandlungsschritt die Meinung eines Kollegen. Dies kann den Therapieplan deutlich verbessern.

Die häufigste und zuerst angewandte Art der Behandlung besteht in der operativen Entfernung des betroffenen Hodens (Orchiektomie). Darüber hinaus können weitere Behandlungen empfohlen werden: Strahlentherapie, Chemotherapie, Lymphknotenentfernung. Für die Testosteronproduktion und die Fruchtbarkeit reicht es aus, nur einen Hoden zu haben.

Orchiektomie (Hodenentfernung)

Der erste Behandlungsschritt bei Hodenkrebs ist grundsätzlich die Entfernung des betroffenen Hodens. Dies ist eine relativ einfache und gefahrlose Operation. Hierfür wird der erkrankte Hoden freigelegt. In der Regel kann der Chirurg mit bloßem Auge erkennen, ob der Hoden von einem bösartigen Tumor befallen ist. Sollte es unklar sein, besteht die Möglichkeit, während der Operation eine Gewebeprobe zu entnehmen und diese mikroskopisch zu untersuchen. Ist der Krebs bestätigt (mit bloßem Auge oder durch das Ergebnis der Mikroskop-Untersuchung) wird der erkrankte Hoden zusammen mit den Nebenhoden und dem Samenstrang entfernt.

Wie bereits erwähnt, reicht ein einzelner Hoden für die Testosteronproduktion und die Fruchtbarkeit aus. Die Entfernung eines Hodens hat keine Auswirkung auf die Sexualität und Potenz. Bezüglich der Samenproduktion ist diese allerdings bei 50 % aller Hodentumor-Patienten im Nachhinein eingeschränkt. Sollte dies der Fall sein, kann Samen für eine spätere künstliche Befruchtung eingefroren werden. Bei Kinderwunsch ist es empfehlenswert. Denn anschließende Behandlungsmaßnahmen wie Chemotherapie können nach 2 bis 3 Zyklen ebenfalls zu einer (vorübergehenden) Schädigung führen. Strahlentherapie führt zu einer dauerhaften Unfruchtbarkeit.

Was ist, wenn der gesunde Hoden bereits die Vorstufe eines Tumors aufweist?

Hat sich noch kein bösartiger Hodentumor entwickelt, aber die Vorstufe (testikuläre intraepitheliale Neoplasie, TIN), kann der Hoden mit Strahlentherapie behandelt werden. Durch die Bestrahlung wird allerdings die Samenbildung dauerhaft aufgehoben und die Zeugungsfähigkeit zerstört.

Da es viele Jahre dauern kann, bis sich aus der Vorstufe ein bösartiger Tumor entwickelt, wird jungen Patienten in der Regel dazu geraten, abzuwarten, bis sich dieser entwickelt. Dies ist möglich, da die Behandlungsmöglichkeit auch beim vorhandenen Tumor noch sehr gut ist.

Die Testosteronproduktion und Potenz bleibt auch bei der Strahlentherapie erhalten.

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