Krebs

Kann das Essen von Bananen bestimmten Krebsarten vorbeugen?

Diese Aussage scheint eher unwahrscheinlich. Forscher haben jedoch herausgefunden, dass resistente Stärken, die unter anderem in Bananen enthalten sind, bestimmten Krebsarten vorbeugen können.

bananen bestimmten krebsarten vorbeugen 300x169 - Kann das Essen von Bananen bestimmten Krebsarten vorbeugen?Haben Bananen die Fähigkeit, Krebs zu verhindern? Die Ergebnisse einer kürzlich durchgeführten klinischen Studie, die in Cancer Research Prevention erschienen sind, könnten darauf hindeuten. Die Wissenschaftler untersuchten, ob eine tägliche Aufnahme von 30 Gramm resistenter Stärke, eine Art von Stärke, die im Dünndarm nicht verdaut wird, die in grünen Bananen, Kartoffeln oder auch Hülsenfrüchten vorkommt, das Auftreten bestimmter Krebserkrankungen verhindern kann.

Diese Untersuchungen wurden an sehr speziellen Patienten durchgeführt, die am Lynch-Syndrom litten. Dabei handelt es sich um eine genetisch bedingte Erbkrankheit, bei der die Reparaturmechanismen der DNA gestört sind. Infolgedessen haben Menschen mit Lynch-Syndrom ein überdurchschnittlich hohes Risiko, in jungen Jahren an Krebs zu erkranken. Die Beeinträchtigungen sind vielfältig, aber Darmkrebs ist am häufigsten, gefolgt von Endometrium- und Magenkrebs. Eine Behandlung mit Aspirin kann das Risiko ihres Auftretens verringern, aber für Krebserkrankungen, die andere Körperregionen betreffen, haben Wissenschaftler keine wirksame Prävention gefunden, bis sie sich für resistente Stärken interessierten.

Bananen als Anti-Krebs-Maßnahme für Menschen mit Lynch-Syndrom

Die Ergebnisse dieser klinischen Studie sind nur in einem kleinen Rahmen interessant. Auf keinen Fall legen diese Ergebnisse nahe, dass resistente Stärken alle Krebserkrankungen in der Allgemeinbevölkerung verhindern. Stattdessen liefern sie interessante Daten über ein mögliches Mittel zur Prävention von nicht kolorektalen Krebserkrankungen bei Menschen mit Lynch-Syndrom.

Die 918 Teilnehmer dieser Studie wurden in zwei Gruppen aufgeteilt: eine Gruppe, die täglich 30 g resistente Stärke in Pulverform zu sich nahm sowie eine Gruppe, die ein Placebo zu sich nahm. Die Nachbeobachtung erfolgte über einen längeren Zeitraum. Während die Patienten in der Gruppe mit resistenter Stärke das Nahrungsergänzungsmittel vier Jahre lang einnahmen, wurden ihr Gesundheitszustand und das Auftreten von Krebs bei der Mehrheit fast zehn Jahre lang und bei einigen sogar bis zu zwanzig Jahre lang untersucht.

Die Ergebnisse zeigen, dass resistente Stärke bei Patienten mit Lynch-Syndrom keine Auswirkungen auf das Auftreten von Darmkrebs hat, wohl aber auf andere Krebserkrankungen. Besonders deutlich ist der Effekt bei Krebserkrankungen des oberen Gastrointestinaltrakts. In der Gruppe „resistente Stärke“ erkrankten mehr als zwei Jahre nach Beginn der klinischen Studie 27 Personen an nicht kolorektalem Krebs, verglichen mit 48 in der Placebogruppe.

Die Wissenschaftler schließen daraus, dass resistente Stärke eine schützende Wirkung gegen nicht kolorektalen Krebs bei Menschen mit Lynch-Syndrom hat, auch wenn sie dennoch einige Einschränkungen ihres Ergebnisses feststellen. Ihre erste Hypothese war nämlich, dass resistente Stärken tatsächlich einen Effekt auf die Prävention von Darmkrebs haben, was sie hier nicht zeigen konnten. Die Prävalenz des Lynch-Syndroms in der Allgemeinbevölkerung ist nicht bekannt und das individuelle Risiko für jede Krankheit hängt auch von anderen Faktoren wie Alter, Geschlecht oder Lebensstil ab.

Urhebender Autor: Julie Kern

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