Schlaf

Schlafparalyse – was ist das? Definition Schlaflähmung

Die Schlaflähmung ist eine Schlafstörung, die durch Wachphasen gekennzeichnet ist, in denen eine Person nicht in der Lage ist, sich zu bewegen. Dies kann mit Halluzinationen und einem Gefühl von Gefahr oder Bedrückung einhergehen, was die Erfahrung besonders belastend macht. Wichtig ist zu erwähnen, dass die Schlafparalyse zwar sehr beängstigend – aber harmlos ist.

Mechanismus der Schlaflähmung

was schlafparalyse 300x300 - Schlafparalyse - was ist das? Definition SchlaflähmungDie Schlaflähmung, oder auch Schlafparalyse, ist eine REM-Schlafstörung, die beim Einschlafen (hypnagoge Lähmung) oder Aufwachen (hypnopomane Lähmung) auftritt. Die Person ist dann bei Bewusstsein und wach, aber nicht in der Lage, ihre Muskeln zu aktivieren.

In der Tat wird der Muskeltonus durch Glycin gehemmt, ein Neurotransmitter, der produziert wird, um zu verhindern, dass eine Person die Bewegungen, die sie in ihren Träumen ausführt, in der Realität reproduziert. Während diese chemische Sicherheitseinrichtung normalerweise vor Unfällen in der Nacht schützt, wird sie für Menschen mit Schlaflähmung, die sich nicht bewegen oder Hilfe rufen können, zum Kern des Problems.

Dieses unangenehme Gefühl wird in der Regel durch auditive, visuelle oder sogar sensorische Halluzinationen sowie Gefühle der Bedrückung, des Erstickens oder des drohenden Todes noch belastender gemacht. Viele Patienten beschreiben eine Präsenz im Raum, manchmal auch einen Eindringling, der auf ihrer Brust sitzt und sie am Atmen hindert.

Wen betrifft die Schlaflähmung?

Bei etwa 30 % der Erwachsenen ist diese Störung bereits einmalig oder nur vereinzeln aufgetreten. Die Fälle, bei denen es sich um eine häufige und ernsthafte Störung handelt, sind allerdings gering.

Behandlung von Schlafparalyse

Zur Behandlung der Schlafanalyse können laut dem Max-Planck-Institut für Psychiatrie bestimmte Antidepressiva eingesetzt werden. Diese kommen allerdings nur bei ausgeprägten Fällen zum Einsatz.

Wie erwähnt, nehmen Wissenschaftler an, dass die Schlaflähmung durch einen unvollständigen Schlaf in der REM-Phase entsteht. Die Muskulatur ist gelähmt, doch der Geist ist wach. Selbst wenn die Betroffenen wissen, dass dieser Zustand harmlos ist und nur kurz anhält, werden manche von ihrer Angst regelrecht überwältigt.

Bestimmte Antidepressiva können laut dem Max-Planck-Institut den REM-Schlaf unterdrücken. Gibt es keinen REM-Schlaf, kann auch keine Schlafparalyse stattfinden.

Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie besitzt ein Schlaflabor zur Schlafuntersuchung, eine Ambulanz für Schlafmedizin und eine Schlafschule. Laut dem Institut ist Schlafparalyse nicht gefährlich. 20 bis 30 % der Bevölkerung leiden in bestimmten Lebensphasen vorübergehend unter verschiedenen Schlafstörungen. Anlass hierfür können familiäre Probleme, der Tod eines nahestehenden Menschen und ähnliche Dinge sein. Nur 4 % der Bevölkerung leidet unter einer dauerhaften Schlafstörung, welche sie auch am Tage in der Leistungsfähigkeit einschränkt.

Eine Schlafparalyse kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden. Hierzu gehören stressige Ereignisse, Angst sowie zu wenig erholsamer Schlaf über einen längeren Zeitraum. Auch Drogen, Medikamente und sogar einige Geschmacksverstärker können für die Störung des REM-Schlafs verantwortlich sein.

Betroffene finden Rat und Behandlung beim Psychologen. Die Untersuchung des Schlafs im Schlaflabor erfolgt allerdings durch spezielle Schlafmediziner. Der Psychologe kann aufgrund der Schlaf-Analyse Medikamente verschreiben.

Schlaf Ambulanzen (z. B. vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie) bieten auch eine telefonische Beratung an.

Narkolepsie – was ist das? Definition Narkolepsie

Eine weitere bekannte Schlafstörung ist Narkolepsie. Es handelt sich hierbei um eine genetisch bedingte bzw. angeborene Störung der Schlaf-Wach-Regulation. Das Gehirn befindet sich in einem Ungleichgewicht. Hierdurch erleiden Betroffene tagsüber plötzliche Schlafanfälle. Diese finden völlig unkontrolliert statt, und können mitten in einer Unterhaltung, während des Essens oder im Straßenverkehr auftreten.

Der unvorhersehbare Schlaf bei Narkolepsie besitzt die Merkmale des REM-Schlafs, zu welcher eine Erschlaffung der Muskulatur gehört. Die Knie werden plötzlich “weich” und Betroffene sinken zusammen. Dies kann insbesondere als Folge von affektiver Beanspruchung stattfinden. Zudem können Halluzinationen zu völlig abnormalen Zeitpunkten auftreten. Ein weiteres REM-spezifisches Merkmal ist neben der Muskelschwäche auch eine Lähmung der Willkür-Muskulatur (auch narkoleptische Lähmung oder Kataplexie genannt.)

Narkolepsie tritt laut dem Max-Planck-Institut mit einer Häufigkeit von ca. 1:2000 auf. Die Schlafkrankheit ist somit keine Seltenheit und eine häufige Ursache für ausgeprägte Schläfrigkeit am Tag. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig von Narkolepsie betroffen.

Ursache und Behandlung von Narkolepsie

Nach aktuellem wissenschaftlichen Forschungsstand geht man davon aus, dass für die Narkolepsie eine Verminderung oder ein Verlust von orexinhaltigen Nervenzellen verantwortlich ist. Dies kann durch Umweltfaktoren oder möglicherweise auch im Zusammenhang mit dem Autoimmungeschehen im Körper zusammenhängen. Orexin wird im Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) von einer kleinen Gruppe von Nervenzellen gebildet. Die orexinhaltigen Nervenzellen haben einen Einfluss auf mehrere Gehirn-Regionen. Im Nervenwasser kann bestimmt werden, ob der Orexin-Spiegel zu gering ist.

Die chronische Schlafkrankheit Narkolepsie kann medikamentös behandelt werden.

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