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Warum steigt der Meeresspiegel der Ozeane?

Dass der Meeresspiegel steigt, ist auf die globale Erwärmung zurückzuführen. Daran besteht kein Zweifel. Doch anders als man intuitiv annehmen könnte, ist die Eisschmelze nicht die einzige Ursache für den Anstieg des Meeresspiegels. Auch die Wärmeausdehnung trägt einen großen Teil dazu bei.

Punktuell können Klimaereignisse wie El Niño (ungewöhnliche Meeresströmungen, die nicht zyklisch auftreten) und La Niña (kommt nach El Niño, ist dessen Gegenstück mit starken Passatwinden) zu einem Anstieg oder Absinken des Meeresspiegels und der Ozeane führen.

Bei El Niño-Ereignissen konzentrieren sich die Niederschläge auf den tropischen Pazifik und fallen auf den benachbarten Kontinenten seltener aus, was zu einem vorübergehenden Anstieg des Wasserspiegels führt. Umgekehrt führt das La-Niña-Phänomen, wenn es auftritt, zu mehr Niederschlägen an Land als auf See.

Seit 1993 bestätigen Satellitendaten, dass der Meeresspiegel stetig ansteigt. Dieser Anstieg ist jedoch nicht gleichmäßig über die Erde verteilt. So steigt der Meeresspiegel in einigen Gebieten, wie dem östlichen Mittelmeerbecken, an, während er im Ionischen Meer (bei Italien) sinkt.

Einige Wissenschaftler warnen davor. Ihrer Meinung nach könnte der Meeresspiegel bis zum Jahr 2100 aufgrund der fortschreitenden globalen Erwärmung um einen bis drei Meter ansteigen. Das Schmelzen der Kontinentalgletscher und die Wärmeausdehnung der Ozeane sind die beiden Hauptgründe für diesen Anstieg.

Die Rolle der Kryosphäre

meeresspiegel der ozeane 300x169 - Warum steigt der Meeresspiegel der Ozeane?Wenn die steigenden Temperaturen das Eis auf den Kontinenten (antarktische Polkappen, Alpen- und Andengletscher, usw.) zum Schmelzen bringen, wird das im Eis eingeschlossene Wasser in die Ozeane gelangen.

Den Prognosen der Experten zufolge würde der Meeresspiegel um 70 Meter steigen, wenn das gesamte Eis der Antarktis und Grönlands schmilzt! Das Schmelzen des Packeises und der Eisberge, die auf dem Meer schwimmen, würde diesen Pegel aufgrund des Prinzips des archimedischen Auftriebs hingegen kaum verändern.

Die Wärmeausdehnung des Wassers ist ein wichtiger Faktor für den Anstieg des Meeresspiegels, der nicht außer Acht gelassen werden sollte. Denn Moleküle, die der Wärme ausgesetzt sind, neigen dazu, sich zu bewegen und sich voneinander zu entfernen. Folglich ist das Volumen größer, wenn die Temperatur steigt.

Das passiert nun mit den Meeren, deren Temperatur durch die globale Klimaerwärmung steigt. Wenn sich also der Meeresspiegel im letzten Jahrhundert um etwa 15 cm erhöht hat, so ist das zunehmend auf die Wärmeausdehnung des Wassers zurückzuführen.

Im gleichen Zeitraum stieg die Durchschnittstemperatur der Erde um 0,6 °C an. Eine Erhöhung, die zu einer Ausdehnung der Ozeanschicht der ersten tausend Meter um 15,6 cm führte.

Urhebender Autor: Redaktion Futura

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