Gesundheit

CBD Öl – Was wir darüber wissen und was nicht

CBD Öl ist aktuell eines der angesagtesten Lifestyle-Booster zur Steigerung des Wohlbefindens. Welche Wirkung CBD Öl hat, wird allerdings von den Herstellern gar nicht angegeben. Denn CBD Öl mit einem Heilversprechen zu verkaufen, ist gesetzlich verboten. Konsumenten versprechen sich eine beruhigende, angstlösende Wirkung. Doch wissenschaftlich belegt ist dies (noch) nicht.

Was ist CBD und wie wirkt es?

CBD ist die Abkürzung von Cannabidiol und ist einer der natürlichen Bestandteile der Hanfpflanze Cannabis. Im Gegensatz zu THC, einem weiteren Bestandteil von Cannabis, hat CBD keine berauschende Wirkung und macht nicht abhängig.

cbd ol was wir daruber wissen und was nicht 300x169 - CBD Öl – Was wir darüber wissen und was nichtDer menschliche Körper besitzt als Teil seines Nervensystems verschiedene Cannabinoid-Rezeptoren und körpereigene Cannabinoide/ Endocannabinoide. Alle Studien zum Endocannabinoid-System bauen auf den Erkenntnissen von zwei israelischen Forschern auf. Professor Raphael Mechoulam und Yehiel Gaoni identifizierten Mitte der 60er Jahre THC als wichtigsten Wirkstoff in Cannabis. Im Jahr 1993 fand Mechoulam heraus, dass es im menschlichen Nervensystem spezielle Rezeptoren gibt, in welchen THC gebunden wird und seine Wirkung entfaltet. Als Namen wählten Mechoulam und sein Forschungsteam „Anandamid“ („ananda“ bedeutet auf Sanskrit Glückseligkeit).

Cannabis-Bestandteile als Droge, Medizin oder Lebensmittel

Wegen der berauschenden Wirkung, wird Cannabis in Deutschland als Droge eingestuft und ist verboten. Seit 2017 ist allerdings das Gesetz „Cannabis als Medizin“ in Kraft getreten. Seitdem können Ärzte Patienten Cannabis (mit den Bestandteilen THC und CBD) verschreiben. Dies geschieht bei Patienten mit chronischen Erkrankungen, starken Schmerzen oder zusätzlich zu einer Krebsbehandlung.

Der Bestandteil CBD hingegen fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz und gilt auch nicht als Medizin, sondern (bisher) als Lebensmittel.

CBD Öl ist die beliebteste Form zur Einnahme

Während CBD heute vielen Lebensmitteln wie Schokolade, Energie-Riegeln oder Kaffees beigemischt wird, ist die beliebteste Form der Einnahme Öl. Die besten CBD Öle sind sogenannte Vollspektrum-Öle, welche auf hochwertigen Trägerölen basieren und Hanföl in Bio-Qualität bieten. Premium Öle wie Hanfosan haben einen niedrigen THC-Anteil unter dem Wert von 0,2 %, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist. Das CBD wird über die Mundschleimhaut aufgenommen und soll (je nach Dosierung) bis zu 9 Stunden wirken.

Das Nervensystem reagiert auf CBD

Laut Dr. Jeffrey Chen, dem Gründer und Direktor der amerikanischen UCLA Cannabis Research Initative, spricht CBD ebenso wie THC das körpereigene Endocannabinoid-System an. Dieses beeinflusst laut Chen Dinge wie die Stimmung, Gedächtnis, Appetit, Stress, Schlaf, das Immunsystem und Schmerzempfinden.

Wissenschaftliche Studien zu CBD

Der Grund dafür, dass CBD bisher nur in der alternativen Heilmedizin eingesetzt wird und nicht in der Schulmedizin, liegt daran, dass CBD noch nicht ausreichend untersucht ist. Es mangelt an beweiskräftigen Studien. Die vorhandenen Studien wurden bisher nur an Tieren oder kleinen Personenkreisen durchgeführt.

Am besten belegt ist, dass Cannabidiol bei bestimmten Epilepsieformen hilft, indem es die Anfallshäufigkeit verringert. In den USA ist seit 2018 das Medikament Epidiolex auf dem Markt, welches auch auf dem europäischen Markt zugelassen ist. Der alleinige Wirkstoff ist CBD und es kommt besonders bei Kindern (ab 2 Jahren) zum Einsatz.

Kleinere Studien weisen darauf hin, dass CBD Nervosität lindern kann. Hierzu wurde 2017 eine Studie im Brazilian Journal of Psychiatry veröffentlicht, bei der einer Gruppe von 57 Männern CBD in verschiedener Dosierung sowie Placebos verabreicht wurden, bevor sie eine öffentliche Rede halten mussten. Das Ergebnis zeigte, dass die Gruppe, die 300 Milligramm erhalten hatten, am wenigsten Nervös war.

Weitere Studien, die allerdings nur an Tieren oder in sehr kleinen Personengruppen durchgeführt wurden, untersuchten, ob CBD dazu geeignet ist, Post Traumatischen Stress zu lindern (Journal of Alternative and Complementary Medicine), gegen die Abhängigkeit von Opiaten zu helfen, Schmerz zu lindern oder bei Arthritis zu helfen.

Hier kann man allerdings allenfalls von Anhaltspunkten sprechen. Laut Dr. Jeffrey Chen wird es noch etwa 5 Jahre dauern, bis verlässliche Studien verfügbar sind.

Fazit

CBD in Form von 3 bis 40 prozentigem CBD Öl verspricht ein natürlicher Wirkstoff mit Potential zu sein. Der aktuelle Hype geht allerdings der wissenschaftlichen Grundlage vorraus und bezieht sich in erster Linie auf persönliche Erfahrungswerte einzelner Individuen.

Bis die Wirkung von CBD Öl ausreichend untersucht und belegt ist, empfiehlt Chen, Menschen, die CBD einnehmen (wollen), eine gründliche Produkt-Recherche sowie eine vorherige Absprache mit dem Hausarzt.

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