Medizin

Was ist der schlimmste Schmerz?

Brennend, stechend, kaum auszuhalten, unerträglich . . . dies sind die schlimmsten Schmerzen, die man empfinden kann. Aua!

Die McGill University (Kanada) hat eine Schmerzskala erstellt, indem sie Fragebögen von Patienten ausgewertet hat. Hier ist die Rangliste der stärksten Schmerzen; sie werden von erträglich bis unerträglich eingestuft.

10. Trigeminusneuralgie

Diese auch als „schmerzhafter Tick“ bezeichnete Krankheit ist durch plötzliche und unerwartete Anfälle von starken Schmerzen in der Gesichtshälfte zwischen Augenlid und Oberlippe gekennzeichnet, die zu unwillkürlichen Zuckungen führen. Die Schmerzen treten meist periodisch auf: Nach einer Phase von mehreren Wochen oder Monaten ohne Beschwerden kommt eine Phase häufiger Attacken. Dann führen selbst leichte Berührungen zu starken Schmerzen.

Die Trigemniusneuralgie ist häufig auf eine Kompression eines Teils des Trigeminusnervs zurückzuführen. Der nervus trigeminus ist der fünfte von zwölf Hirnnerven. Er innerviert die Gesichtshaut und die Zähne sensibel.

9. Migräne

Ein Migräneanfall ist durch starke Schmerzen in einer Schädelhälfte, Übelkeit, Erbrechen und Lichtüberempfindlichkeit gekennzeichnet.

die schlimmsten schmerzen 300x169 - Was ist der schlimmste Schmerz?Ursache einer Migräne sind Störungen der Hirnhaut, des Gehirns oder der entsprechenden Blutgefäße. Es besteht eine erbliche Veranlagung, aber nicht alle Betroffenen haben Verwandte, die ebenfalls unter Migräne leiden. Früher vermutete die Wissenschaft, dass eine Fehlregulierung der Blutgefäße im Gehirn einen Migräneanfall auslöst. Heute weiß man, dass dies nicht zutreffend ist. Stattdessen besteht ein Problem der Regulierung der Schmerzzentren im Hirnstamm.

8. Nierenkolik

Die Verlegung eines Harnleiters durch einen Nierenstein führt zum Anschwellen der Niere und zu sehr starken, einseitigen Schmerzen, die kommen und gehen. Diese können in die Leistengegend ausstrahlen. Bei einer Nierenkolik bringt keine Position eine Linderung, weshalb der Hausarzt in der Regel zuerst Schmerzmittel und entkrampfende Medikamente in die Vene verabreicht. Anschließend entscheidet ein Facharzt, auf welche Weise der Nierenstein behandelt wird.

7. Fibromyalgie

Diese Krankheit führt zu diffusen Schmerzen sowohl in den Gelenken als auch in den Muskeln. Da keine Verletzungen oder Entzündungen nachweisbar sind, haben die Ärzte lange gebraucht, um der Fibromyalgie auf die Spur zu kommen. Sie ist für die Patienten nachhaltig beeinträchtigend. Die Ursachen sind noch nicht ausreichend erforscht.

6. Rheumatoide Arthritis

Das Immunsystem des Patienten greift die Gelenkinnenhaut an, die daraufhin anschwillt und sich entzündet. Dies verursacht starke Schmerzen, die durch Berührung (z. B. durch ein Kleidungsstück) noch verstärkt werden. Die anhaltende Entzündung führt schließlich zu Schäden an Sehnen, Knorpeln und Knochen. In Deutschland wird diese Krankheit auch als chronische Polyarthritis bezeichnet.

5. Crohn-Krankheit

Diese autoimmune Entzündung des Verdauungstrakts führt zu Blähungen und starken Schmerzattacken, ähnlich einer Wurmfortsatzentzündung. Die Ursachen scheinen genetisch und umweltbedingt zu sein.

4. Amputation eines Fingers

Da die Finger die Körperteile mit den meisten Nerven sind, verursacht seine Amputation ohne Betäubung sehr starke Schmerzen. Manche Opfer leiden danach unter Phantomschmerzen. Sie spüren den Schmerz genau so, als wäre das Körperteil noch vorhanden.

3. Geburt

Eine Geburt wird oft als eine Erfahrung beschrieben, die nicht nur schmerzhaft ist, sondern auch sehr lange dauert. Gerade bei Erstgebärenden dauert sie häufig mehr als sechs Stunden. Die Schmerzen entstehen aufgrund der plötzlichen Kontraktionen des Gebärmuttermuskels und dann durch die Dehnung des Damms, wenn der Kopf des Säuglings hinausgepresst wird.

Während die nachfolgenden Geburten meist schneller vonstattengehen, sind sie nicht weniger schmerzhaft.

2. Stich von Paraponera

Diese im Amazonasgebiet lebende Ameise gibt über ihren Stachel ein äußerst schmerzhaftes, neurotoxisches Gift ab. Ein starkes Brennen strahlt in die betroffenen Gliedmaßen aus und führt zu unwillkürlichen Muskelkontraktionen, die mehrere Stunden andauern. Deshalb wird dieses Insekt auch “24-Stunden-Ameise” genannt.

1. Komplexes regionales Schmerzsyndrom (CRPS)

Dieses Syndrom tritt meist nach einer Verletzung (Bruch, harmlose Operation) auf, bei der ein Nerv geschädigt wird, was zu einer Fehlfunktion des Nervs führt. Der Patient verspürt dann brennende Schmerzen mit Überempfindlichkeit. Ein Anfall kann mehrere Monate dauern. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die aber immer im Einzelfall getestet und angewendet werden müssen. Eine einheitliche Behandlung, die bei allen Betroffenen gleichermaßen wirkt, gibt es nicht.

Urhebender Autor: Antoine Besse und Dr.med. Claudia Bignion

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