Fauna

Wale düngen die Ozeane!

Bartenwale wurden im 20. Jahrhundert Opfer der intensiven Fischerei. Doch die Menge an Beute, die sie aufnehmen, und die Rückstände, die sie im Anschluss ausscheiden, sind ein bisher unterschätzter Faktor für die Produktivität der Ozeane.

wale dunger ozean 300x169 - Wale düngen die Ozeane!Bartenwale ernähren sich von kleinen Fischen oder Krustentieren, denen sie in folgen. Die Ernährung von Bartenwalen ist aus Isotopen- und Mageninhaltsanalysen bekannt, doch sind Beobachtungen selten, da sich diese Organismen oft weit unter der Meeresoberfläche ernähren. So war es zum Beispiel lange Zeit schwierig, die Beutetieraufnahmerate der verschiedenen Bärtierchenarten zu schätzen.

Seit kurzem ist es dank der Meeresakustik möglich, diese Fütterungsraten und die Beutedichte der größeren Bartenwale in ihrer Umgebung zu schätzen. Unter Anwendung all dieser Methoden schätzt man, dass die Wale weniger als 5 % ihres Körpergewichts pro Tag zu sich nehmen. Diese Schätzungen wurden nun von einem Forscherteam neu bewertet, und die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Nature veröffentlicht.

Der Zweck dieser Neubewertung besteht natürlich darin, die Lebensweise der heutigen Bartenwale besser zu verstehen, aber sie ist auch Teil eines umfassenderen Themas, nämlich des Kohlenstoffkreislaufs in den Ozeanen. Bartenwale setzen nämlich ihre Ausscheidungen in der euphotischen Zone frei, der obersten Schicht der Ozeane, in die das Licht ausreichend eindringt, um Photosynthese zu ermöglichen.

Diese Ausscheidungen werden von Bakterien recycelt und anorganischer Kohlenstoff und Stickstoff werden dem Phytoplankton zur Verfügung gestellt. Das Vorhandensein von Bartenwalen begünstigt also die Phytoplanktonblüte, die wiederum primäre und sekundäre Konsumenten in diese Gebiete lockt.

Die Autoren statteten 321 Bartenwale mit Peilsendern aus und beobachteten das Verhalten der Tiere mit Hilfe von Drohnen. So konnten sie abschätzen, dass die Wale jeden Tag das Äquivalent von 5 bis 30 % ihrer Körpermasse verzehren.

Der Blauwal Balaenoptera musculus, der etwa 22 Meter lang ist, verzehrt 16 Tonnen Krill pro Tag, der Glattwal Eubalaena glacialis, der bis zu 16 Meter lang ist, verzehrt durchschnittlich 5 Tonnen kleines Zooplankton (vor allem Copepoden) pro Tag und der Grönlandwal Balaena mysticetus, der bis zu 19 Meter lang ist, verzehrt ebenfalls etwa 6 Tonnen kleines Zooplankton pro Tag. Die von diesen großen Säugetieren verzehrten Beutetiermengen wurden daher bisher unterschätzt, was bedeutet, dass auch die ökologische Rolle der Bartenwale unterschätzt wurde.

Urhebender Autor: Fidji Berio

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