Medizin

Was ist ein Bakterium genau? – Eine Definition

Bakterien sind allgegenwärtige, einzellige, kernlose Mikroorganismen (Prokaryoten), deren Genom aus DNA besteht. Darin sind die wichtigen Erbinformationen der jeweiligen Zelle enthalten. Das Genom besteht aus einem einzigen Chromosom, und es können Plasmide (kleine DNA-Stücke) vorhanden sein. Alle Bakterien bilden das Reich der Eubakterien.

was bakterium 300x169 - Was ist ein Bakterium genau? - Eine DefinitionEinige Bakterien können als Ursache für Krankheiten eingestuft werden. Beim Menschen ähneln die Symptome einer bakteriellen Infektion denen einer viralen Infektion (z.B. Hautausschlag, Husten, laufende Nase, tränende Augen, Müdigkeit, Übelkeit, Fieber und Muskelschmerzen). In manchen Fällen sind sie sogar tödlich. Bakterielle Infektionen können mit entsprechenden Antibiotika behandelt werden.

Bakterien oder Eubakterien?

Der Begriff Prokaryote war lange Zeit ein Synonym für Bakterien. In den 1990er Jahren entdeckten Forscher jedoch einen neuen prokaryotischen Zelltyp, der sich von Bakterien unterscheidet: die Archaeen.

Mit dieser Entdeckung wurden die „echten“ Bakterien, die oft als Bakterien bezeichnet werden, in Eubakterien umbenannt. So soll eine klare Unterscheidung zu Archaeen gemacht werden. Archaeobakterien ähneln zwar optisch den Eubakterien, unterscheiden sich allerdings in einigen Merkmalen. Genetisch gesehen ähneln sie sogar eher den Eukaryoten (Zellen mit Zellkern) und weniger den Bakterien, die als Zellkernlose Prokaryonten bezeichnet werden. Archaeen bilden neben Eukaryoten und Eubakterien ein eigenes Reich.

Bakterien sind allgegenwärtige Lebewesen

Bakterien sind echte Überlebenskünstler und haben sich in allen denkbaren Lebensräumen angesiedelt. Einige können sogar unter extremen Bedingungen leben und sind in der Lage, aus den schwefelhaltigen Molekülen ihrer Umgebung, aus Methan oder sogar Wasserstoff, zu wachsen.

Krankheitserregende Bakterien

Einige Bakterien sind für Menschen tödlich und haben bereits Millionen von Todesfälle verursacht. Die Liste ist lang, deshalb hier auszugsweise ein paar der bekanntesten Vertreter:

  • Mycobacterium tuberculosis, auch bekannt als Koch’scher Bazillus, ist der Erreger der Tuberkulose;
  • Yersinia pestis, der Erreger der Pest;
  • Staphylococcus aureus, der goldene Staphylokokkus, die Ursache vieler Lebensmittelvergiftungen;
  • Vibrio cholerae, der Erreger der Cholera;
  • Neisseria meningitidis, die Hauptursache für bakterielle Meningitis.

Wie wir Bakterien verwenden

Abgesehen von ihrer Verwendung bei der Fermentierung von Lebensmitteln, die auf prähistorische Zeiten zurückgeht, können wir die bakteriellen Eigenschaften zu unserem Vorteil nutzen.

Aufgrund ihrer Fähigkeit, in verschiedenen Umgebungen zu überleben und ein breites Spektrum an Ressourcen zu nutzen, sind Bakterien für uns praktische Helfer im Alltag. Und das, obwohl sie mit dem bloßen Auge nicht zu sehen sind.

Da Bakterien pathogene (Krankheiten erzeugende) Eigenschaften besitzen, werden sie häufig in der Landwirtschaft genutzt. Ein berühmtes Beispiel ist das Bakterium Bacillus thuringiensis. Es kann ein Eiweiß produzieren, das für bestimmte Insektenarten schädlich ist. Die Industrie hat diese Fähigkeit genutzt und gentechnisch veränderten Bt-Mais entwickelt, um das Getreide vor dem Maiszünsler und seinen Larven zu schützen.

Manchmal werden Bakterien auch zu pharmazeutischen Zwecken genetisch verändert. Werden ihnen bestimmte Gene injiziert, produzieren einige Bakterien Moleküle von therapeutischem Interesse, wie z. B. Insulin, das für Diabetiker wichtig ist.

Auch in der Wissenschaft spielen Bakterien eine wichtige Rolle. Biologen untersuchen sie eingehend, um bestimmte Mechanismen u.a. in der Genetik zu verstehen. Das in unserem Darm lebende Bakterium Escherichia coli, ist beispielsweise oft Bestandteil wissenschaftlicher Untersuchungen.

Urhebender Autor: Redaktion Futura

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