Technik

Landwirtschaft der Zukunft

Wenn wir an zukunftsträchtige Technologien denken, dann denken wir an die Automobilbranche, an das Gesundheitswesen oder an Tech-Firmen. Doch die Landwirtschaft? Bis vor kurzem noch stiefmütterlich behandelt, erlebt auch die Landwirtschaft einen immer digitaleren Wandel. Dieser Wandel, die zukünftigen Maschinen auch in der Landwirtschaft einsetzen zu wollen, sind wichtig und die richtigen Schlagworte für die kommenden Probleme. Wie genau also sieht der Bauernhof der Zukunft aus?

Was ist das digitale Farming?

Der Begriff „Digital Farming“ bedeutet nichts anderes als digitale Landwirtschaft. Die digitale Landwirtschaft meint im Grunde genommen nur das Erfassen von Daten, Fakten und Werten, mithilfe der Digitalisierung, um Prozesse zu vereinfachen, präzisieren und vor allem zu automatisieren. Ähnlich wie in der Automobilbranche, in der Maschinen den Großteil der Arbeit erledigen.

selbstfahrende traktoren sind die zukunft der landwirtschaft 300x169 - Landwirtschaft der ZukunftGanz fremd ist eine solche Anwendung der Technologie in der Branche nicht. Im Gegenteil: in manchen Teilen ist die Landwirtschaft sogar bereits Vorreiter und einigen anderen Branchen voraus. So zum Beispiel bei der Nutzung von GPS-Daten, um den Fahrtwerg der Erntefahrzeuge entsprechend zu optimieren, um Treibstoff einsparen zu können. Ein weiteres Beispiel für die bereits fortgeschrittene Digitalisierung der Branche sind selbstfahrende Traktoren. Auf deutschen Straßen noch bei weitem nicht zugelassen, sind selbstfahrende Traktoren auf mehreren Feldern Realität. Mit ausgestatteten Sensoren helfen diese Traktoren dabei, Dünger und Pflanzenschutzmittel präzise an die Pflanzen ausgereichtet zu dosieren.

Die Zukunft der digitalen Landwirtschaft

Bereits heute in aller Munde sind die vielen unterschiedlichen Brillen, wie die VR- und AR Brillen. Solche Smarten Brillen sollen es dem Anwender später ermöglichen, Daten zu erfassen, die vor dem „geistigen“ Auge erscheinen. Mithilfe von Kameras erkennt die Brille das Umfeld und mithilfe eines Datenspeichers bzw. dem Zugriff auf das Internet kann die Brille alle benötigten Informationen anzeigen. Beispielsweise kann man so nur beim bloßen Anblick einer Pflanze erkennen, ob diese genug Wasser bekommen hat.

Weitere Möglichkeiten, um die digitale Landwirtschaft zu fördern, sind flexibilisierte Biogasanlagen. Kurz gesagt ist das Biogas, neben Sonnen-, Wasser- und Windenergie, eine regenerative Energiequelle, die durch Vergärung von Biomasse erzeugt wird und zur Einsparung von fossilen Brennstoffen beiträgt. Experten sehen in diesen Biogasanlagen im generellen einen Schlüssel für die Energiewende. Grundsätzlich geht der Trend in die klare Vernetzung zwischen IT-Dienstleistern, Landwirten und Technikern, um Informationen miteinander schneller austauschen zu können.

Eine Studie der IT Branchenverbandes BITKOM stellte fest, dass heute bereits rund 20 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland das digital Farming für sich gefunden hat und so vernetzt ist mit einigen IT-Experten. Laut Branchenkennern wird durch die Vernetzung vieler Wertschöpfungsketten dazu beitragen, dass die Landwirtschaft bis 2025 bis zu drei Milliarden Euro mehr einnehmen wird.

Schattenseiten der digitalen Landwirtschaft?

Das klingt alles zu schön, um wahr zu sein. Gibt es also irgendeinen Haken? Leider ja. Zunächst einmal die Fragen, inwieweit sich die bisherigen Tätigkeiten durch Computer und noch mehr Technik ändern wird. Das allein ist nicht negativ, die Frage nach dem entsprechenden Personal hingegen schon. Bereits heute gibt es im Bereich der IT einen Fachkräftemangel. Die meisten dieser ITler verschlägt es in ganz andere Branchen als in die Landwirtschaft.

Die Digitalisierung muss den Betrieben also auch dabei helfen, Prozesse effizienter zu gestalten und auch Kosten zu senken, um zumindest die immer komplexer werdenden Anforderungen gerecht zu werden. Ebenfalls muss sichergestellt werden, dass vor allem in ländlichen Gebieten der Glasfaserbau weiterhin massiv verstärkt wird. Denn man macht sich von der Technik abhängig, fällt das Internet einmal aus, oder gar schlimmer, Hacker infiltrieren den Betrieb, dann ist man als Landwirt aufgeschmissen.

Chancen für die Zukunft?

Die Risiken sind im Vergleich zu den Chancen allerdings minimal. Durch Präzise Messtechniken beispielsweise können langfristig viele Materealien eingespart werden, wie Dünger oder Schutzmittel. Durch exakte Wetterbeobachtungen kann die Bodenbearbeitung exakt durchgeführt werden. Die Nährstoffversorgung kann somit gesteigert und gleichzeitig die Ernteeinbußen gesenkt werden, was sich wiederum vor allem finanziell für Bauern lohnt. Auch schont die Technik die Umwelt, indem beispielsweise Roboter bzw. Traktoren von alleine dafür sorgen, Unkraut aus dem Boden zu holen, statt Pflanzenschutzmittel einzusetzen.

Durch Kameras und Sensoren Tracking können beispielsweise die Tiere beobachtet werden. Bei atypischem Verhalten wird der Bauer sofort per Smartphone darauf aufmerksam gemacht, um sich um das Vieh zu kümmern. So steigert man auch das Tierwohl. Langfristig werden auch so dem Bauern viele körperliche und anstrenge Arbeiten abgenommen, womit dieser mehr Lebensqualität genießt.

Urhebender Autor: Redaktion Futura

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