Chemie

Was ist Wasserstoffperoxid? Eine Definition

Wasserstoffperoxid ist eine chemische Verbindung mit der Formel H2O2. Dieser Stoff ist farblos und neigt dazu, instabil zu sein, da viele Stoffe als Katalysator für seine Disproportionierung in Wasser und Sauerstoff gemäß der exothermen Reaktion 2 H2O2 → 2 H2O + O2 wirken. Eine Disproportionierung ist eine chemische Reaktion, bei der ein Stoff gleichzeitig oxidiert und reduziert wird.

Am aktivsten sind Schwermetalle und ihre Salze (Kupfer, Kobalt, Mangan, Chrom, Nickel, Molybdän, Blei, Eisen…). Aber auch einfache Verunreinigungen wie Hitze- oder Lichteinwirkung beschleunigen die Reaktion. Um die Haltbarkeit von Wasserstoffperoxid zu verbessern, werden im Handel erhältliche Wasserstoffperoxidlösungen mit Mitteln stabilisiert, die die Verunreinigungen komplexieren oder adsorbieren können. Beim Komplexieren werden diese Verunreinigungen mit Ionen umhüllt, damit sie nicht mehr mit dem Wasserstoffperoxid reagieren können.

Auf natürliche Weise entsteht Wasserstoffperoxid als Nebenprodukt der Zellatmung über Enzyme. Diese werden Peroxidasen genannt und katalysieren Disproportion. Industriell wird Wasserstoffperoxid üblicherweise durch Oxidation von Anthrahydrochinon zu Anthrachinon hergestellt.

Gefahr der Verbrennung und Explosion

definition von wasserstoffperoxid 300x169 - Was ist Wasserstoffperoxid? Eine DefinitionIn saurem Milieu ist Wasserstoffperoxid eines der stärksten bekannten Oxidationsmittel. In Gegenwart bestimmter organischer Produkte wie Aceton, Acetaldehyd, Ameisensäure oder Alkoholen kann es zu einer manchmal heftigen Reaktion kommen. In hohen Konzentrationen kann Wasserstoffperoxid eine Explosion mit organischen Stoffen wie Ölen, Fetten oder Kerosin auslösen. Es kann auch eine Selbstentzündung von Materialien wie Holz, Stroh oder Baumwolle verursachen. Außerdem können sich beim Kochen explosive Dämpfe bilden.

Toxikologische Risiken

Wasserstoffperoxid ist für den Menschen dank der Peroxidasen, die es auf natürliche Weise abbauen, nur schwach toxisch. Dennoch kann es auf Haut und Augen reizend oder ätzend wirken. Es kann auch Ekzeme und phototoxische Reaktionen hervorrufen. Für zahlreiche Mikroorganismen und bestimmte Bakterien, insbesondere E. coli, ist Wasserstoffperoxid hingegen genotoxisch. Daher rührt seine desinfizierende Wirkung.

Verwendung von Wasserstoffperoxid

Aufgrund seiner oxidierenden und bleichenden Eigenschaften findet Wasserstoffperoxid in unterschiedlichen Konzentrationen zahlreiche Verwendungen:

  • Bleichen von Zellstoff (für diese Verwendung werden mehr als 50 % des Wasserstoffperoxids hergestellt)
  • lokales Desinfektionsmittel und Stillen von Blutungen
  • Bleichen von Zähnen
  • Bleichmittel und Fleckenentferner für den Haushalt (Wäsche, Fliesen, Arbeitsplatten…)
  • Bleichen von Haaren und Körperhaaren
  • dermatologische Behandlungen
  • Herstellung von Sprengstoffen
  • Sterilisation von Kulturen
  • Reinigung von Wasser in Schwimmbädern
  • Oxidationsmittel für den Antrieb von Flugzeugen und Raketen

Urhebender Autor: Céline Deluzarche

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