Wissenschaft

5 unscheinbare Erfindungen, die die Welt verändert haben

Es gibt Dinge, die heutzutage ganz selbstverständlich zum Alltag gehören – die aber eigentlich erst vor wenigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten erfunden wurden. Sie machen Aufgaben einfach(er), die früher beinahe unlösbare Probleme darstellten. Es handelt sich also um Erfindungen, die aus heutiger Sicht unscheinbar sind, die aber bei genauem Hinsehen die Welt verändert und den Alltag deutlich komfortabler gemacht haben. Dinge, über die Sie vermutlich noch niemals genauer nachgedacht haben. Hier einige Beispiele.

Schlüssel

Gewiss besitzen Sie mehrere Schlüssel, beispielsweise für das eigene Haus, für das Auto, für das Fahrradschloss oder für die Garage. Tatsächlich wurde der Schlüssel in seiner heutigen Form aber erst in der Renaissance erfunden, also im 15. und 16. Jahrhundert. Damals hat die Stahlschnitttechnik einen erheblichen Fortschritt gemacht und dadurch wurde es einfacher, plastische Metallstücke zu fertigen. Zwar geht die Idee der Schlüssel bereits auf die Antike zurück, jedoch waren diese noch nicht alltagstauglich und daher besonderen Gebäuden wie Tempeln vorbehalten. Auch als Grabbeigabe wurden sie in einigen Kulturen verwendet.

Erst seit wenigen Jahrhunderten ist es somit möglich, die eigene Wohnung, das eigene Haus oder andere Besitztümer abzuschließen und damit vor einem Fremdzugriff zu schützen. Stellen Sie sich vor, wie eine Welt ohne Schlüssel wäre, in der jeder quasi überall Zutritt hat. Die Erfindung der Schlüssel und Schlösser ist somit ein echter Meilenstein in der Geschichte. Sie wurden im Laufe der Zeit immer sicherer und haben sich weiterentwickelt. Heutzutage gibt es beispielsweise Generalschlüssel, mechanische Schlüssel, Zündschlüssel und viele weitere Schlüsselarten. In Zukunft sind auch rein elektronische Schlüssel denkbar, bei denen die Haustür beispielsweise per Smartphone oder durch einen Chip unter der Haut geöffnet wird. Es bleibt daher spannend, wie die Entwicklung dieser weltverändernden Erfindung weitergeht.

Sonnencreme

Die meisten Menschen genießen es, sich im Sommer die Sonne auf die Haut scheinen zu lassen. Sie suchen sogar gezielt die Sonne, um ein bisschen zu bräunen und tragen dafür Sonnencreme auf, um sich vor einem Sonnenbrand zu schützen. Wenn Sie einmal das Eincremen vergessen oder einen zu niedrigen Lichtschutzfaktor gewählt haben, wissen Sie aber vermutlich aus eigener Erfahrung, wie schmerzhaft ein Sonnenbrand werden kann – ganz zu schweigen von den Langzeitschäden für die Haut. Doch kaum jemand denkt darüber nach, seit wann es die Sonnencreme überhaupt gibt und wie der Umgang mit der Sonne wohl vor ihrer Erfindung aussah.

Tatsächlich wurde die erste Sonnencreme erst im Jahr 1933 entwickelt und ab dem Jahr 1946 so verfeinert, dass sie in die Massenproduktion gehen konnte. Erst seit weniger als einem Jahrhundert ist es den Menschen somit möglich, die Haut bei direkter Sonneneinstrahlung vor Schäden zu schützen. Zuvor gab es dafür nur zwei Optionen: Der Sonne aus dem Weg gehen oder die Haut mit Kleidung abdecken. Das war jedoch vor allem früher, als die meisten Menschen noch stundenlang pro Tag im Freien arbeiteten, oftmals nicht möglich oder machte die Arbeit noch beschwerlicher. Umso wichtiger ist es, diese moderne Erfindung auch zu nutzen und zu schätzen zu wissen, denn sie hat bereits Millionen von Menschen vor Hautkrebs bewahrt – Tendenz steigend.

Werkzeug

erfindung von werkzeug 300x161 - 5 unscheinbare Erfindungen, die die Welt verändert habenDie Erfindung von Werkzeug ist beinahe so alt wie die Menschheit selbst. Schon vor rund 2,4 Millionen Jahren haben die Menschen damit begonnen, sich Hilfsmittel für gewisse Tätigkeiten zu bauen. Sogar einige Tiere nutzen werkzeugähnliche Mechanismen, um beispielsweise Nüsse zu knacken. Doch die Menschheit hat diese Fertigkeit stetig weiterentwickelt und dadurch immer noch mehr sowie bessere Werkzeuge hervorgebracht. Viele der ursprünglichen Erfindungen werden bis heute genutzt, wenn auch in modernisierter Variante. Trotzdem musste das Werkzeug lange Zeit selbst gefertigt werden oder war so teuer, dass es ein Luxusgut darstellte. Nur wenige Menschen hatten also immer passendes Werkzeug für Aufgaben wie den Hausbau oder auch die Essenszubereitung zur Verfügung.

Glücklicherweise hat sich das mittlerweile geändert und Werkzeug ist für jeden Menschen zu erschwinglichen Preisen sowie in allen Variationen verfügbar. Einige Baumärkte haben sogar Eigenmarken entwickelt, die Werkzeug für viele verschiedene Einsatzbereiche zu erschwinglichen Preisen bieten, aber trotzdem in hoher Qualität. Dass die Schraube per Dübel in der Wand verankert werden kann oder dass Oberflächen per Hochdruckreiniger gesäubert werden können – all das und vieles mehr war lange Zeit undenkbar. Bis heute wird zudem immer wieder neues Werkzeug erfunden oder bestehendes Werkzeug verbessert, sodass zahlreiche Tätigkeiten, die früher unmöglich waren oder einen großen Kraftaufwand erforderten, mittlerweile spielend leicht sind. Wenig verwunderlich ist daher, dass einige Menschen mit so simplen Erfindungen wie einem Dübel zum Millionär geworden sind; denn ein Alltag ohne solches Werkzeug wäre heutzutage nicht mehr denkbar.

Toilettenpapier

Es gibt wohl kaum etwas Alltäglicheres als Toilettenpapier. Aber haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wann dieses erfunden wurde und was die Menschen zuvor gemacht haben? Vermutlich nicht. Die Geschichte des modernen Toilettenpapiers beginnt erst im Jahr 1857, als Joseph Gayetty in den USA das erste Papier herstellte, das speziell für den einmaligen Gebrauch auf der Toilette gedacht war. Es handelte sich dabei um wohlriechende Blätter, die einzeln aus einer Schachtel entnommen werden konnten. Seitdem hat sich die Erfindung weiterentwickelt und schnell wurde sie global genutzt. Allerdings kam erst im Jahr 1958 das weiche Tissue-Papier in Rollenform auf den Markt, das bis heute oft und gerne genutzt wird. Welche Bedeutung das Toilettenpapier mittlerweile im gesellschaftlichen Leben einnimmt, wird in Krisen ersichtlich, denn dann handelt es sich oft um eines der ersten Produkte für Hamsterkäufe.

Bleibt die Frage offen, welche Alternativen die Menschen früher nutzten, bevor das Toilettenpapier gefunden wurde. Hierbei gab es kulturelle Unterschiede und im Laufe der Zeit hat sich die Gewohnheit immer wieder geändert. Auf jeden Fall kamen aber mitunter kreative und fragwürdige Lösungen zum Einsatz von Pflanzenblättern über die linke Hand bis hin zu lebendem Federvieh. Jeder sollte deshalb tagtäglich für diese eigentlich unscheinbare Erfindung dankbar sein.

Antivirensoftware

erfindung der antivirensoftware 300x176 - 5 unscheinbare Erfindungen, die die Welt verändert habenIm Gegensatz zu diesen Erfindungen, die im Laufe der Zeit nur allzu oft übersehen wurden, hat das Internet große Wellen geschlagen. Es hat die Welt nachhaltig verändert und spielt heutzutage in der Gesellschaft sowie Wirtschaft eine unverzichtbare Rolle. Allerdings kommt das Internet nicht ohne Gefahren und eine der ersten Personen, die das bemerkte, war John McAfee. Er hat in den 80ern die erste gleichnamige Antivirensoftware entwickelt, die bis heute jeder kennt. Denn ohne solche Technologien wäre das Surfen im Internet heutzutage ein deutlich gefährlicheres Unterfangen als ohnehin.

Eine 100-prozentige Sicherheit ist zwar immer noch nicht möglich, doch dank moderner Antivirensoftware wurde die Cybersicherheit zumindest deutlich erhöht. Das bedeutet mehr Schutz für die persönlichen Daten, weniger Angriffsfläche für Hacker, mehr Sicherheit bei Tätigkeiten wie dem Online-Banking und vor allem weniger Raum für Wirtschaftsspionage – und damit ist die Liste noch lange nicht zu Ende. Eine Welt ohne Antivirensoftware wäre daher vor allem im gewerblichen Umfeld heutzutage undenkbar und trotzdem wird diese Erfindung immer wieder als unscheinbarer Nebeneffekt der Digitalisierung übersehen.

Fazit

Es sind nicht immer (nur) die großen Erfindungen, über die jeder spricht, welche die Welt nachhaltig verändern. Häufig handelt es sich stattdessen um Entwicklungen, die schleichend sowie unscheinbar in den Alltag eingezogen sind und eines Tages nicht mehr daraus wegzudenken waren. Es ist deshalb durchaus spannend, zukünftig bewusster durch den Alltag zu gehen und über die Gebrauchsgegenstände intensiver nachzudenken. Wann wurden sie erfunden und was würden wir ohne sie tun? Solche Fragen sind durchaus spannend und sorgen für eine ganz neue Form der Dankbarkeit, in der modernen Zeit geboren zu sein.

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