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Robo-Advisor – Möglichkeiten und Grenzen

Robo-Advisor sind digitale Plattformen, die automatisierte, von Algorithmen gesteuerte Finanzplanungsdienste mit wenig bis gar keiner menschlichen Aufsicht anbieten. Ein typischer Robo-Advisor sammelt über eine Online-Umfrage Informationen über die finanzielle Situation und die künftigen Ziele seiner Kunden und nutzt diese Daten dann, um Ratschläge zu erteilen und das Vermögen der Kunden automatisch anzulegen.

Gute Robo-Advisor bieten eine einfache Kontoeinrichtung, eine solide Zielplanung, Kontodienstleistungen, Portfoliomanagement, Sicherheitsfunktionen, einen durchdachten Kundenservice, umfassende Aufklärung und niedrige Gebühren. Vor der Nutzung dieser Art der Finanzplanung lohnt sich ein Robo-Advisor-Vergleich, um herauszufinden, welcher Advisor am besten zu den eigenen Vorstellungen und Zielen passt.

Der Erste Robo-Advisor nahm seine Aktivität im Jahr 2008 auf. Ab 2010 nahm er Gelder von Anlegern entgegen. Es war sein ursprünglicher Zweck, Vermögenswerte innerhalb von Zielfonds umzuschichten, um Anlegern die Möglichkeit zu geben, passive Buy-and-Hold-Investitionen über eine einfache Online-Schnittstelle zu verwalten.

Die Technologie an sich war jedoch bereits im Jahr 2008 schon nicht mehr neu. Bereits seit Anfang der 2000er Jahre nutzen Vermögensverwalter Software zur automatischen Portfolioverteilung. Die Kunden konnten die Technik damit noch nicht direkt selbst nutzen, sondern nur über einen Vermögensverwalter oder Finanzberater.

Das Aufkommen der modernen Robo-Advisors hat dieses Vorgehen völlig verändert, da sie den Service direkt und ohne Umwege für den Kunden nutzbar machen. Wer also der Technik gegenüber misstrauisch eingestellt ist, muss sich verdeutlichen, dass er womöglich auch schon zuvor sein Geld auf diese Weise hat verwalten lassen. Es war lediglich ein Finanzberater zwischengeschaltet, der nichts anderes getan hat, als man es nun selbst ganz direkt durchführen kann.

Darüber hinaus sind die Robo-Advisors inzwischen nach jahrelanger Entwicklung in der Lage, weitaus anspruchsvollere Aufgaben zu bewältigen. Dazu gehören zum Beispiels Anlageauswahl und Ruhestandsplanung.

Die Branche der Robo-Advisor hat in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung erlebt. 2018 verwalteten die Advisor in Deutschland bereits ein Kundenvermögen von 2.276 Millionen Euro.

So funktionieren Robo-Advisor

Robo-Advisor nutzen Algorithmen, um die Präferenzen, Risiken und Ziele der Anleger zu verstehen und vorherzusagen.

Ein einfacher Profilfragebogen enthält lediglich Fragen zu Geschlecht, Einkommen, Verbindlichkeiten, Risikobereitschaft und der aktuellen Vermögensaufteilung. Bei aufwendigeren Abfragen werden in der Regel eine Reihe von psychografischen und demografischen Punkten berücksichtigt, die zu einem Musterportfolio führen.

Einfache und umfassende Robo-Advisor

Einfache Robo-Advisor verwenden einige wenige Informationen zur Erstellung des Anlegerprofils. Umfassende Robo-Advisor suchen mithilfe von KI und Daten nach tiefergehenden Informationen. Sie nutzen Finanztransaktionen, einschließlich Anlage-, Bank- und Kreditkartentransaktionen, um das tatsächliche Finanzverhalten des Anlegers zu verstehen. Diese fortschrittlichen Tools helfen dabei, das Finanzverhalten der Nutzer beurteilen und um zu wissen, wie sie sich in einer bestimmten Situation wahrscheinlich verhalten werden.

So können sich sehr präzise Robo-Advisor ein klares Bild davon machen, was die Nutzer tatsächlich tun, anstatt sich nur auf ihre Angaben zu verlassen. Dabei können Informationen aufgedeckt werden, die den Kunden selbst nicht bewusst sind. Dazu kann beispielsweise ein Muster besonders vorsichtiger oder risikofreudiger Entscheidungen gehören.

Das kostet ein Robo-Advisor

Während einige Robo-Advisor ihre Einnahmen durch Provisionen des Produktherstellers erzielen, verlangen andere vom Anleger eine Beratungsgebühr. Erstere befinden sich in einem Interessenkonflikt, da die Einnahmen ihre Empfehlungen beeinflussen können. Letztere sind frei von solchen Konflikten, da sie bei ihren Einnahmen nicht von Anbietern abhängig sind. Die Loyalität – wenn man es denn bei einem Robo-Advisor so nennen kann – gehört einzig und allein dem Kunden. Die Höhe er Beratungsgebühr kann dabei sehr unterschiedlich ausfallen.

Es lohnt sich über Vergleichsportale wie OnlineBanken.com die Robo-Advisor hinsichtlich ihrer Kosten und ihres Umfangs gegenüberzustellen und so einen Überblick zu erhalten, welcher Advisor am besten zu den eigenen Ansprüchen passt.

Vorteile von Robo-Advisors

Zunächst ist der Zugang zu den Advisors denkbar einfach. Alles, was es braucht, ist eine Internetverbindung. Die meisten Robo-Advisor sind so konzipiert, dass sie unkompliziert und einfach zu bedienen sind. Was sie darüber hinaus zugänglicher macht als den durchschnittlichen menschlichen Vermögensverwaltungsberater, sind die niedrigeren Gebühren.

Damit sind Robo-Advisor in der Lage, die Vermögensverwaltung und Anlageprozesse zu demokratisieren. Denn sie sind einer größeren Zahl an Menschen zugänglich als die traditionelle Vermögensberatung.

Die Robo-Advisor sind darüber hinaus frei von menschlicher Voreingenommenheit. Zu den Nachteilen der menschlichen Beratung sind Befangenheit und Voreingenommenheit zu zählen. Selbst der kompetenteste Berater kann durch seine eigene unbewusste Voreingenommenheit gegenüber einer Anlageklasse oder seine Bewertungsmethode bei der Risikobewertung fehlerhafte Aussagen treffen.

Ein KI-gestützter Robo-Advisor hingegen verwendet einen mathematischen Algorithmus, um den Anleger zu bewerten. Das macht ihn unparteiisch und frei von Vorurteilen. Kunden sollten jedoch bedenken, dass kostenlose bzw. von Produktanbietern finanzierte Berater – ob menschlich oder Robo-Advisor – nie völlig unvoreingenommen sind.

Robo-Advisor bieten mittlerweile eine Vielzahl von Dienstleistungen an. Ein Robo-Advisor kann sich theoretisch um die gesamte Finanzplanung seines Kunden kümmern. Dazu können Dienstleistungen wie Ruhestandsplanung, Steuerstrategiepläne und die Neugewichtung des Portfolios gehören. Der Robo-Advisor kann ein Portfolio verwalten, das Erreichen von Anlagezielen sicherstellen und etwaige Verbindlichkeiten minimieren.

Ein Robo-Advisor verfolgt Anlageprioritäten strikt. Er erstellt Anlageziele auf der Grundlage eines Profils. Dabei können finanzielle Prioritäten oder Verantwortlichkeiten aufgedeckt werden, die nicht sofort ersichtlich sind, wenn verschiedene Ziele verfolgt werden. Sobald ein Robo-Advisor-Konto eingerichtet wurde, wird der Robo-Advisor seinen Kunden immer wieder anregen, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen, die im Moment vielleicht nicht wichtig erscheinen, aber in der Zukunft entscheidend sein können. So werden beispielsweise langfristige Ziele wie die Altersvorsorge oder Prioritäten wie Lebensversicherungen von sehr jungen Anlegern oft ignoriert. Rechtzeitige Erinnerungen durch den Robo-Advisors helfen, diese Ziele im Blick zu behalten.

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Robo-Advisor sind gerade für junge Anleger eine gute Alternative zur traditionellen Finanzverwaltung.

Grenzen der Robo-Advisor

Ein großer Nachteil der Robo-Advisor sind die uneinheitlichen Standards der. Während sich einige sehr einfacher Methoden bedienen, nutzen andere moderne KI und für di Nutzer ist dies oft nicht so leicht ersichtlich. Und auch der Mangel an menschlichem Eingreifen kann zum Hindernis werden. Während Robo-Advisor bei vielen jungen Menschen, die erst im Begriff sind, ein Vermögen aufzubauen, einen Nerv treffen, sind ältere Anleger skeptisch. Wer ein großes Portfolio hat, sucht eher die Bestätigung seiner Entscheidungen durch menschliche Beratung.

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