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Polymer in Kabeln steigert die Datenübertragung

Indem man Kupfer durch ein leitfähiges Kunststoffpolymer ersetzt, erhoffen sich Forscher nun, die Geschwindigkeit von Computerkabeln zu vervielfachen. Das Ziel: Konkurrenz zur Glasfaser – und das zu geringeren Kosten. Ein einziges Kabel, so dünn wie ein Haar, soll ausreichen, um mehr als 100 Gigabit pro Sekunde zu erreichen. Diese Form der Datenübertragung könnte irgendwann dann auch die aktuellen USB– und Thunderbolt-Kabel ersetzen.

polymer in kabeln datenubertragung 300x169 - Polymer in Kabeln steigert die DatenübertragungSo wie die Kupferdoppelader in unserem Telefonnetz nach und nach durch Glasfaser ersetzt wird, könnten auch kupferne Computerkabel (USB, Thunderbolt und sogar HDMI) bald der Vergangenheit angehören. In einer auf der International Solid State Circuit Conference (ISSCC) vorgestellten Studie, haben Forscher von Raytheon, MIT und Intel ein neues Kabel mit deutlich höherem Durchsatz entwickelt.

Um große Datenmengen zu übertragen, benötigen Kupferkabel viel elektrische Leistung. Bisher war die Hauptalternative die Glasfaser, aber diese Kabel erfordern komplexe und teure Konverter, um mit Siliziumchips kompatibel zu sein. Die von den Forschern erstellten Kabel hingegen verwenden ein leitfähiges Kunststoffpolymer, das sehr leicht und deutlich günstiger in seiner Herstellung ist. Ein einzelner Draht ist 0,4 Millimeter dick. Genau wie ein Haar.

Gibt es demnächst dann Kabel mit einer Übertragungsrate von einem Terabit pro Sekunde?

Diese neuen Kabel übertragen Daten mit „Sub-Terahertz“-Frequenzen und haben damit einen viel geringeren Stromverbrauch als gängige Kupferkabel. In einem dem Thunderbolt-Standard ähnlichen Design sind in den Stecker-Chips zur Umwandlung des Signals integriert. Die Daten werden gleichzeitig über drei Kanäle übertragen, was eine Gesamtkapazität von 105 Gigabit pro Sekunde ergibt.

Laut den Forschern wäre es möglich, mehrere Polymerdrähte in einem einzigen Kabel zu kombinieren, um die Übertragungsgeschwindigkeit noch weiter zu erhöhen. „Der Durchsatz wird hervorragend sein“, erklärt Ruonan Han, einer der Autoren der Arbeit. Sie könnte bis zu einem Terabit pro Sekunde betragen und das bei deutlich geringeren Kosten. Es bleibt abzuwarten, ob diese Kabel die aktuelle USB- oder Thunderbolt-Konnektivität nutzen werden oder ob sich die Hersteller für einen weiteren neuen Steckertyp entscheiden.

Urhebender Autor: Edward Back

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