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Handwerk im 21. Jahrhundert – Herausforderungen für die Handwerkskunst

Kaum ein Beruf wird weniger wertgeschätzt, wie der des guten alten Handwerks. Denn was tun, bei einem plötzlichen Rohrbruch, einem Stromausfall oder einer zugefallenen Türe? Ohne die tatkräftige Unterstützung von Handwerkern oder auch Handwerkerinnen sähen wir ganz schön alt aus. Viele Leute können nämlich kein handwerkliches Geschick vorweisen und wissen sich nicht selbst zu helfen. Auch wenn mittlerweile fast jeder 3. Ausbildungssuchende eine Ausbildung im Handwerk absolviert, gibt es akuten Fachkräftemangel. Denn der handwerkliche Beruf wird immer weniger wertgeschätzt in unserer Bevölkerung und in der heutigen Zeit. Und das hat fatale Folgen.

Angebot an Ausbildungsstellen sinkt

handwerk im 21 jahrhundert herausforderung 300x169 - Handwerk im 21. Jahrhundert – Herausforderungen für die HandwerkskunstDer Ruf von Handwerkern war vor einigen Jahren noch weitaus höher und besser angesehen. Dies bedeutet auch, dass es noch sehr viel mehr Angebot gab an handwerklichen Ausbildungsstellen, da einfach die Nachfrage viel größer war. Leider ist hier ein stetiger Zurückgang zu verzeichnen. Damals lag der Anteil an handwerklichen Ausbildungsplätzen in der Gesamtübersicht bei guten 20 Prozent. Mittlerweile ist diese Anzahl deutlich gesunken. Auch bei der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung lag das Handwerk mit rund 15 Prozent damals gar nicht so schlecht. Aber auch hier kann das Handwerk heutzutage nur noch weniger gute 10 Prozent und teilweise noch weniger nachweisen. Dies hat natürlich auch noch andere Gründe. Zum einen stellt die moderne Digitalisierung eine große Hürde dar und zum anderen gibt es einen sehr erheblichen Fachkräftemangel. Ohne Nachwuchs-Fachkräfte können offene Positionen nicht besetzt werden und viele Aufträge bleiben unbearbeitet.

Digitalisierung als Herausforderung

Wie wir ja alle wissen, wächst der Online Handel unglaublich schnell an. Und auch im Handwerk gibt es viele neue Online Plattformen und Shops zu entdecken. Dies hat natürlich auch viele positive Aspekte, die die Handwerksfirmen mitnehmen können. Aber eben nur dann, wenn die Handwerksfirmen auch diesen modernen Pfad begehen und sich online präsentieren. Handwerksfirmen müssen wettbewerbsfähig bleiben. So haben sie die Möglichkeit durch effiziente Werbung ihre Zielgruppen zu erweitern und das Kundenfeld zu erhöhen. Mit mehr Kunden kann die Effizienz enorm voranschreiten. Aber Handwerksbetriebe sind meist noch „in alter Hand“ geführt und wenig digitalisiert. Die älteren Generationen weigern sich die moderne Technik in Ihrem Betrieb einzusetzen.

Zunehmende Arbeit, aber weniger Fachkräfte

Man hört es immer wieder, die Arbeitslosenzahlen steigen in den Städten jedes Jahr an. Dennoch sind Handwerksberufe nicht beliebt und so bleiben zu besetzende Positionen oft jahrelang unbesetzt. Ein großes Problem ist es auch, dass Fachkräfte in der Bundesrepublik einfach weniger verdienen als zum Beispiel im Nachbarland der Schweiz. Hier kann das Durchschnittsgehalt um das Dreifache höher sein und somit attraktiver für Fachkräfte, so dass diese auswandern und sich besseren Arbeitskonditionen hingeben. Die Schulabgänger entscheiden sich gegen handwerkliche Ausbildungen und gehen eher in die akademische Richtung. Die Handwerksbetriebe suchen händeringend nach Lehrlingen, so gibt es aber für eine ausgeschriebene Stelle keine Bewerber. Handwerksbetriebe müssen sich schon einiges einfallen lassen, um geeignetes Personal dauerhaft halten zu können und auch überhaupt erst anlocken zu können. So kann man als Fachkraft durchaus in Verhandlungen gehen im Bewerbungsgespräch. Gewinnbeteiligungen, Firmenautos zur privaten Nutzung oder auch die zusätzliche Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind heutzutage keine Seltenheit mehr.

Absicherung für Betriebe bevor etwas passiert

Gerade im Bereich des Handwerkes kann es zu unvorhergesehen Vorfällen kommen, wie zum Beispiel Fehler bei der Ausführung von in Auftrag gegebenen Arbeiten. Oder aber die Betriebe möchten, dass ihre Mitarbeiter besonders gut abgesichert sind und schließen eine zusätzliche betriebliche Krankenversicherung ab. Dies kann auch wiederum interessierte und vor allem qualifizierte Fachkräfte anlocken. Vorteile liegen hier ganz klar auf der Hand, ein gesunder Mitarbeiter kann mehr Leistung bringen. Die betriebliche Krankenversicherung ist eine private Zusatzversicherung im Bereich der Gesundheit für die Mitarbeiter. Hier kann der Arbeitgeber entscheiden, ob er die Beiträge übernimmt, oder aber einfach seinen Mitarbeitern die Chance bietet, günstig an eine private Zusatzversorgung zu gelangen.

Was zählt noch als Handwerk

Unter handwerkliche Betriebe kann man etliche Berufsgruppen zählen, unter anderen auch:

  • Bäcker
  • Metzger
  • Konditoren

Hier ist das besondere, dass immer mehr Produkte durch Großhandelsketten industriell hergestellt werden und somit Kleinstunternehmer, wie traditionell geführte Bäckereien oder familienbetriebene Metzgereien, abgedrängt werden.

Oder aber diese Betriebe reagieren auf den wachsenden Konkurrenzkampf und expandieren selbst, so dass auch ihre Produkte nur noch industriell hergestellt werden können, um der großen Nachfrage gerecht zu werden.

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