Gesundheit

Bedeutung von Terpenen in Hanfprodukten

Hanfprodukte haben eine große Fangemeinde. Während Marihuana, das psychoaktiv wirkt, noch immer von vielen Menschen mit Misstrauen betrachtet wird, sind es vor allem nicht psychoaktive CBD-Produkte, die in den letzten Jahren einen wahren Boom verzeichnen konnten. Gleich, um welche Hanfprodukte es sich handelt, sie verfügen ausnahmslos über zahlreiche Terpene.

Worum handelt es sich bei dem Begriff Terpene?

Die Frage, „Was sind Terpene?“ ist einfach zu beantworten. Sie gehören zu den flüchtigen organischen Substanzen. Seit Tausenden von Jahren werden sie aus den ätherischen Ölen von verschiedenen Pflanzen, darunter Zitronengras, Thymian, Pfefferminz sowie Eukalyptus gewonnen. Auch die Marihuanapflanze – und somit alle aus ihr hergestellten Produkte wie CBD-Öl – verfügt über Terpene, die mit einem unverkennbaren Geruch einhergehen.

Weit über 500 bekannte Inhaltsstoffe sind in Cannabis vorhanden. Etwa 140 der Bestandteile zählen zu den Terpenen. In der Chemie werden sie unter die Kohlenstoff-Wasserstoff-Verbindungen und in die stark heterogene Gruppe eingeordnet. Bekannt sind bis zum heutigen Tage circa 8.000 Terpenen sowie 30.000 Terpenoide, die mit Ersteren verwandt sind. Da sie zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen, sind sie nicht direkt überlebensnotwendig.

Terpene-Typen

Terpene werden in zwei verschiedene Typen eingeteilt:

  • Monoterpene – sie werden als „leicht“ bezeichnet und sorgen für blumige Düfte, für die auch die Hanfpflanze bekannt ist
  • Sesquiterpene – sie gelten als „schwer“ und tragen zu einem stechenderen, sandelholzartigen Geruch der Cannabispflanze bei

Welche Aufgabe erfüllen Terpene in der Cannabispflanze?

bedeutung von terpenen in hanfprodukten 300x169 - Bedeutung von Terpenen in HanfproduktenZwar ist Hanf weniger betroffen als andere Gewächse, jedoch stellen Bakterien, Parasiten und Schädlinge ein gewisses Risiko dar. Terpene befinden sich ebenso wie Cannabinoide hauptsächlich im Harz, das von der Pflanze ausgeschieden wird. Sie lassen sich mit kleinen, klebrigen Kristallen vergleichen und sitzen sowohl auf den Knospen als auch den Blättern von Hanf. Ihre Aufgabe ist die Schädlingsbekämpfung, d.h., sie schützen die Cannabispflanze durch ihre Duftstoffe vor unerwünschten Schmarotzern.

Wirkungsweise von Terpenen auf uns Menschen

Nur wenige Forschungsergebnisse in Bezug auf die Wirkung von Terpenen auf den Menschen liegen bis dato vor. Es gibt jedoch ein paar Studien, die das Thema „Therapeutische Eigenschaften“ behandeln. Die Untersuchungen führten zu der Vermutung, dass sie

  • mit den Rezeptoren des Endo-Cannabinoiden-Systems in unserem Körper interagieren und somit die Wirkung verschiedener Bestandteile beeinflussen können;
  • aktiven Einfluss auf die Blut-Hirn-Schranke haben, da sie die Menge des Tetrahydrocannabinols verändern, die diese durchdringen kann.

Aufgrund der Tatsache, dass Geschmack und Geruch ein starkes Merkmal von Hanf und allen anderen Gewächsen sind, wurden die mit ihnen verbundenen Aromen nach Pflanzen benannt. Die möglichen Wirkungen von Terpenen sind vielfältig, darunter:

  • wirkungsweise von terpenen auf uns menschen 300x200 - Bedeutung von Terpenen in HanfproduktenBeta-Caryophyllen – angst- und krampflösend, schmerzlindernd sowie schlaffördernd (kommt vorwiegend in schwarzem Pfeffer, Basilikum, Feigen, Rosmarin sowie Oregano vor; würziges pfeffriges Aroma)
  • Humelen – unterdrückt den Appetit und fördert die Körpergewichtsreduzierung (findet sich unter anderem in Hopfen und sorgt für den charakteristischen Biergeschmack)
  • Limonen – euphorisierend, stimmungsaufhellend, stressabbauend (vor allem in Hanf, Basilikum, Ingwer, Koriander, Lavendel, Oregano, Rosen, Thymian und Zimt enthalten)
  • Linalool – entspannend, immunverstärkend, sedierend (ist zum Beispiel in Anis, Koriander, Oregano, Sellerie sowie im Schalenöl von Limonen vorhanden)
  • Myrcen – beruhigend, schmerzlindernd (insbesondere in Früchten wie Mango und Kräutern, darunter Pfefferminze sowie Salbei, enthalten)
  • Pinen – antiseptisch, entkrampfend, entzündungshemmend (erdiges bis würziges Aroma, wovon beispielsweise Basilikum, Dill, Kiefernadeln, Pinien und Terpentin geprägt sind)

Besonders effektiv wirken Terpene über die Haut. Aus diesem Grund finden sich viele ätherische Öle auf dem Markt, die zum größten Teil aus den flüchtigen organischen Substanzen bestehen. So sind zum Beispiel Limonen und Linalool in einer Vielzahl an Beauty-Produkten beinhaltet. Ihre Beliebtheit im Bereich der Schönheitspflege begründet sich vor allem darauf, dass sich diese Terpene auch als natürliche Lösungs- und sogar Konservierungsmittel in Naturkosmetika eignen – sie können die Ausbreitung von Bakterien verhindern.

Gegenseitiger Einfluss von Cannabinoiden und Terpenen

Es ist zwar noch nicht nachgewiesen, jedoch besteht der Verdacht, dass Terpene die positive Wirkung der Cannabinoide unterstützen können. Wissenschaftler begründen diese Vermutung wie folgt:

Sie gehen davon aus, dass ein Pflanzengemisch über eine höhere biologische Aktivität verfügt als die isolierte Reinsubstanz selbst. Auch die Terpene der Hanfpflanze gehören zu diesem Pflanzengemisch. Das bedeutet, beispielsweise ein Vollspektrum CBD-Öl enthält auch das volle Spektrum an den flüchtigen organischen Substanzen.

Die genannte Aktivität wird auch als „Entourage Effekt“ bezeichnet. Zahlreiche Forscher sehen in ihm ein Zeichen, dass Terpene in Verbindung mit Cannabinoiden eine synergetische Wirkung haben.

Mangels intensiver Erforschung der Bestandteile von Hanfpflanzen und der Unterschätzung von Terpenen ist es aktuell kaum möglich, eine klare Aussage zu deren Einfluss auf Cannabinoide zu machen. Allerdings arbeiten verschiedene CBD-Hersteller mittlerweile an Ölen mit individuellen Terpenprofilen. Unter Zuhilfenahme der sogenannten fraktionierten Destillation könnte zukünftig die Entwicklung von CBD-Ölen mit speziellen Terpenen, darunter Alpha-Humulen und Myrcen, möglich sein. Diese Hanfprodukte wären in diesem Fall noch besser auf die individuellen Bedürfnisse eines jeden Menschen ausrichtbar.